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Spitzenmedizin mit Herz

Aortenaneurysmen und Dissektionen

Wir nutzen das gesamte Spektrum der zurzeit gängigen Operationen sowie alle interventionelle Verfahren der Stentimplantation, um Erkrankungen der Aorta (Aneurysmen und Dissektionen) zu behandeln. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit mit Kardiologen, Radiologen, Neurochirurgen und Pathologen.

Die ambulante Betreuung unserer Patienten stellen wir unserer Aortenaneurysma-Ambulanz sicher. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter Telefon: 0761 270-77950.

Aneurysma und Kinking i.B. der Aorta descendens (Spiral-CT-Angiographie)
Aneurysma und Kinking i.B. der Aorta descendens (Spiral-CT-Angiographie)

Wir setzen zur Diagnosefindung spezielle Verfahren ein. Dazu gehören die konventionelle Angiographie und MR-Angiographie, die Computertomographie sowie die Kernspintomographie. Darüber hinaus nutzen wir die Spiral-CT-Angiographie (CTA). Diese ermöglicht uns zweidimensionale (2D) und dreidimensionale (3D) Rekonstruktionen von Gefäßveränderungen, die sich mit diesem Verfahren im Vergleich zur konventionellen Angiographie besser beurteilen lassen.

Ist ein operativer Eingriff notwendig, führen wir in unserer Klinik alle gängigen Operationsverfahren entsprechend der jeweiligen Diagnose durch.

Bei einer akuten Dissektion der Aorta ascendens (Typ A) und bei einem chronischen Aortenwurzelaneurysma, insbesondere beim Marfan-Syndrom wenden wir seit jüngster Zeit die Techniken nach Yacoub und David an. Vorteile beider neuartiger klappenerhaltender Operationstechniken sind die niedrige Komplikationsrate, die Erhaltung der physiologischen Funktion der Aortenklappe und der Verzicht auf die oralen Antikoagulation mit ihren negativen Nebenwirkungen.

Bei der Operation nach Yacoub werden die Sinus aortae durch die kronenförmig zugeschnittene Dacronprothese ersetzt. So bleibt das funktionelle Zusammenspiel zwischen Aortenwurzel und Aortenklappensegel unbeeinträchtigt. Bei dem Verfahren nach David wird die mobilisierte Aortenklappe nach Exzision des Sinusgewebes in ein Dacronrohr implantiert und im Bereich des akoronaren Segels mit Filzstreifen an der Aortenbasis verstärkt.

Routine haben wir zudem im Ersatz des betroffenen Aortenabschnittes (Aorta ascendens, Aortenbogen, Aorta descendens, thorakoabdominelle Aorta und die Kombinationen) mit und ohne Ersatz der Aortenklappe.

Immer häufiger können wir Patienten (je nach Aneurysmagröße, -ausdehnung, -lokalisation und Gefäßdurchmesser des Aneurysmas) durch die Einlage einer endoluminalen Stentgraft-Prothese in die Gefäßaussackung behandeln und somit eine offene Operation vermeiden. Eingesetzt wird diese Methode im Bereich der infrarenalen Bauchaorta, der Aorta descendens und des thorakoabdominellen Übergangs.

Durch einen kleinen Hautschnitt in der Leiste wird der Führungskatheter bis zur gewünschten Stelle vorgeschoben und dann der Stent positioniert. Lagekontrollen durch Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel begleiten den gesamten Eingriff. Er ist schonender für den Patienten, wird aber aufgrund der hohen apparativen und personellen Anforderungen nur an wenigen Zentren eingesetzt.

Das Marfan-Syndrom geht mit einer Instabilität der Hauptschlagaderwand einher und begünstigt Aussackungen (Aneurysmen) und Einrisse (Dissektionen), die zum Platzen der Hauptschlagader (Aorta) führen können. Vorbeugend empfehlen sich regelmäßige Kontrollen des Herz- und Gefäßsystems. Bei Veränderungen der Aorta oder Überschreiten eines bestimmten Aortendurchmessers kann die Aorta ersetzt werden bevor es zu einem Einriss kommt. Wir wenden je nach Erkrankung unterschiedliche operative Therapien an, beispielsweise den Ersatz von Teilen der Aorta durch Kunststoffprothesen, schonende und klappenerhaltende Verfahren, oder wir implantieren über eine minimalinvasive Methode einen endovaskulärer Stentgraft.

Charakteristisch für eine akute Aortendissektion sind plötzliche heftige Brust- und/oder Rückenschmerzen. In diesem Fall ist umgehend ein herzchirurgisches Zentrum aufzusuchen, das eine Notoperation an der Aorta durchführen kann. Betroffene sollten sich im Vorfeld nach der nächstgelegenen herzchirurgischen Klinik erkundigen, sowie Befunde und Arztbriefe für den Notfall bereithalten.

Eine veränderte bindegewebige Struktur führt beim Marfan-Syndrom zu Herzklappenfehlern. Oft kommt es zur Funktionsstörung der Mitralklappe durch ein verdicktes, teilweise auch vergrößertes Mitralsegel (Mitralsegelprolaps). Dieser Herzklappenfehler erhöht das Risiko von Herzrhythmusstörungen und Herzklappenentzündungen (Endokarditis). Auch hier ist in der Regel eine operative Therapie notwendig.

Wenden Sie sich an unsere Freiburger Marfansprechstunde

Weitere Informationen unter Marfan Hilfe e. V.

Vor allem bei thorako- und thorakoabdominellen Operationen (Bauch- und Brustbereich) sowie Stentimplantationen setzen wir ein Neuromonitoring ein. Dieses dient während des Eingriffs der fortlaufenden Kontrolle der Leitungsbahnen des Rückenmarks, um frühzeitig eine eintretende Rückenmarksschädigung zu erkennen.

Für die Überwachung des intra- und postoperativen Liquordruckes nutzen wir zudem eine Liquordrainage. Ein Druckanstieg ist ein Frühwarnzeichen für einen Minderdurchblutung des Rückenmarks (spinale Ischämie). Durch Ablassen von Liquor wird der Druck gesenkt und die Durchblutung wieder verbessert.

Hinzukommenden nutzen wir verschiedene, innovative Methoden zur Organprotektion.

Ihre Ansprechpartner

Oberarzt
PD Dr. Michael Südkamp
Telefon: 0761 270-25720
E-Mail: michael.suedkamp@
universitaets-herzzentrum.de

Dr. B. Rylski
E-Mail: bartosz.rylski@
universitaets-herzzentrum.de

Sekretariat
Beate Oberschild
Telefon: 0761 270-28810
Telefax: 0761 270-23680