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Spitzenmedizin mit Herz

Herztransplantation

Eine Herztransplantation, also die Verpflanzung eines Spenderherzens in den Körper des Patienten, ist die letzte Therapiemöglichkeit, wenn der Herzmuskel irreversibel geschädigt ist und medikamentöse oder chirurgische Methoden nicht mehr möglich sind.

Die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie schaut bereits auf eine 20-jährige Transplantationsgeschichte zurück. Zahlreiche Herztransplantationen wurden in den vergangenen Jahren durchgeführt, allein 17 in 2013. Aufgrund fehlender Spenderherzen können aber nicht alle Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz ein neues Herz erhalten, deshalb setzen wir auch hochmoderne Herzunterstützungssysteme ein, die unseren Patienten ein Stück Lebensqualität zurückgeben.

Erfahren Sie mehr über unsere Herztransplantationen am Universitäts-Herzzentrum

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Eine irreversible Schädigung des Herzmuskels (Myokards) mit einer deutlich reduzierten Lebenserwartung des Patienten ist die Voraussetzung für die Indikationsstellung zur Herztransplantation. Bei diesen Patienten reicht die Herzleistung nicht mehr aus, um den Kreislauf ausreichend aufrechtzuerhalten. Eine deutliche geminderte körperlichen Leistungsfähigkeit sowie beginnende Endorganschäden wie Nierenversagen, Leberversagen oder neurologischen Defiziten sind die Folge. Dieses Krankheitsbild wird als Herzinsuffizienz bezeichnet.

Zur Bestimmung der Schwere der Herzinsuffizienz stehen unseren Ärztinnen und Ärzten zwei Methoden zur Verfügung:

NYHA-Klassifikation

Nach der sogenannten NYHA-Klassifikation lässt sich die Herzinsuffizienz in verschiedene Stadien unterteilen. Leidet ein Patient beispielsweise bereits bei geringer Belastung oder in Ruhe an schwerer Atemnot, spricht man von einer Herzinsuffizienz im Stadium III oder IV – eine medikamentöse oder chirurgische Therapie zur Linderung der Erkrankung ist in der Regel nicht möglich.

Aaronson-Mancini-Score

Eine weitere Möglichkeit der Bestimmung der Herzinsuffizienz bietet der Aaronson-Mancini-Score. Anhand des jeweiligen Scores lassen sich charakteristische Veränderungen ablesen, die Aussagen über die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten und die Dringlichkeit einer Herztransplantation treffen.
Dieser Score hilft bei der Abschätzung der Dringlichkeit der Herztransplantation. Er berücksichtigt folgende Faktoren:

  • Kreislaufparameter wie Blutdruck und Herzfrequenz (li)
  • Laborparameter (Serum-Natriumspiegel)
  • funktionelle Parameter (maximale Sauerstoffaufnahmekapazität)
  • Breite des QRS-Komplexes im EKG
  • echokardiographisch bestimmte linksventrikuläre Ejektionsfraktion

Sofern keine Kontraindikationen gegen eine Herztransplantation vorliegen, wird der Patient bei Eurotransplant in Leiden(NL) auf die Herzwarteliste aufgenommen.

Verschiedene Erkrankungen werden als absolute bzw. relative Kontraindikationen gegen eine Herztransplantation eingestuft.

Die Nachbehandlung nach einer Herztransplantation setzt eine äußerst hohe Kooperationsbereitschaft des Patienten voraus. Häufige Ambulanzbesuche, regelmäßige Myokardbiopsien und konstante Medikamenteneinnahme erfordern ein hohes Maß an psychosozialer Stabilität. Ist diese nicht vorhanden, muss die Indikationsstellung zur Herztransplantation überprüft werden.

Aufgrund der Herzinsuffizienz entwickelt sich oft eine Erhöhung des pulmonalen Gefäßwiderstandes. Ist dieser durch Medikamente nicht mehr beeinflussbar, kann er zu einem akuten Rechtsherzversagen des Spenderorgans führen und gilt somit als Kontraindikation. Aus diesem Grund muss der Lungengefäßwiderstand auch auf der Warteliste regelmäßig kontrolliert werden.

Akute und chronische Infektionskrankheiten verschlechtern sich unter der nach der Herztransplantation einzuleitenden immunsuppressiven Therapie. Bestehen zusätzliche Erkrankungen mit deutlicher Einschränkung der Lebenserwartung, wie Malignome oder Drogen- bzw. Alkoholabhängigkeit, ist davon auszugehen, dass eine Herztransplantation nicht durchgeführt werden kann.

Herztransplantation

Eine Herztransplantation ist wesentlich komplexer als eine normale Herzoperation. Der Eingriff ist nicht planbar, die Überlebenszeit des Transplantatherzens außerhalb des Körpers beschränkt sich auf wenige Stunden. Das Krankenhaus, in dem sich der Organspender befindet, und wo die Entnahme des Spenderherzens stattfindet, ist unter Umständen viele hundert Kilometer vom Universitäts-Herzzentrum entfernt.

Die Anreise des Empfängers in unsere Klinik muss organisiert werden, danach wird der weitere organisatorische Ablauf zwischen Entnahme- und Implantationsteam koordiniert. In der Regel wird mit der Operation erst begonnen, wenn das Entnahmeteam das Spenderherz begutachtet hat. In Einzelfällen muss bei kurzen Transportzeiten oder voroperiertem Empfänger jedoch bereits früher mit der Operation begonnen werden. Sollte das Spenderherz nicht den Qualitätsansprüchen genügen, muss die Transplantation zu diesem Zeitpunkt abgebrochen werden.

Wenn das Spenderorgan geeignet ist, wird mit der Explantation des geschädigten Herzens begonnen und der Patient für die Transplantation vorbereitet, im Idealfall kann das Spenderherz nach Eintreffen sofort implantiert werden.

In der Regel schließt sich ein mehrtägiger Aufenthalt auf der Intensivstation an. Nach Beendigung der kreislaufwirksamen Therapie und Stabilisierung der Immunabwehr erfolgt die Verlegung auf die Normalstation. Wenn die Mobilisation vollständig abgeschlossen ist, die Wunden reizlos abgeheilt sind und keine Infekte vorliegen, erfolgt die Verlegung in ein Rehabilitationszentrum.

Ihre Ansprechpartner

Prof. Dr. Dr. h.c. F. Beyersdorf
Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie
Telefon: 0761 270-34010 (Freiburg) /
07633 402-2606 (Bad Krozigen)
E-Mail: friedhelm.beyersdorf@
universitaets-herzzentrum.de

Sekretariat (Freiburg)
Anke Thomsen
Telefon: 0761 270-28180
Telefax: 0761 270-25500
E-Mail: anke.thomsen@
universitaets-herzzentrum.de

Sekretariat (Bad Krozingen)
Petra Tretow
Telefon: 07633 402-2601
Telefax: 07633 402-2609
E-Mail: petra.tretow@
universitaets-herzzentrum.de

Dr. Michael Berchtold-Herz
Telefon: 0761 270-24400
E-Mail: michael.berchtold-herz@
herzzentrum.de

Ansprechpartner Kardiologie (Bad Krozingen)
Dr. Wolfgang Zeh
Oberarzt, Klinik für Kardiologie und Angiologie II
Telefon: 07633 402-0
E-Mail: wolfgang.zeh@
universitaets-herzzentrum.de