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Spitzenmedizin mit Herz

Herzklappenchirurgie

In der Herzklappenchirurgie setzen wir vor allem minimal-invasive OP-Techniken ein. Unser Spektrum reicht vom Ersatz der Aorten- oder Mitralklappe durch Kunst- oder Bioprothesen über Kombinationseingriffe bei zusätzlich bestehender koronarer Herzerkrankung bis hin zur rekonstruktiven Klappenchirurgie. Die letztgenannte Eingriffsart ist besonders verträglich, weil sich dabei die Aorten- oder Mitralklappe der Patienten erhalten lässt. Bei der Behandlung von Patienten mit Aortenaneurysmen, Dissektionen oder dem Marfan-Syndrom arbeiten wir eng mit unseren erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus der Aortenchirurgie zusammen.

Der Patient steht bei uns im Mittelpunkt. Deshalb findet vor jedem Eingriff ein ausführliches Beratungsgespräch zwischen Patient und Chirurgen statt, bei dem die Einzelheiten des chirurgischen Eingriffs besprochen werden. Die Wahl der operativen Therapie wird bei jedem Patienten individuell auf das jeweilige Krankheitsbild angepasst.

Die ambulante Betreuung unserer Patienten stellen wir unserer Ambulanz für Herz- und Gefäßchirurgie (Freiburg) sicher. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter Telefon: 0761 270-28810.

Für einen Termin in unserer Herz- und Gefäßsprechstunde (Bad Krozingen) wenden Sie sich bitte an unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Telefon: 07633 402-6500.

Neben angeborenen Herzklappenveränderungen können verschiedene Ursachen zu einer Beeinträchtigung der Herzklappenfunktion führen.

Infektionen (Endokarditis). Häufigste Ursache einer Herzklappenveränderung ist das rheumatische Fieber, das durch eine allergische Reaktion auf bestimmte Bakterien (Streptokokken) zu entzündlichen Veränderungen an den Klappen aber auch in der Haut, im zentralen Nervensystem und an den Gelenken führen kann.

Auch Bakterien, die durch einen infektiösen Streuherd im Körper ins Blut gelangen und sich dann an der Herzklappe ansiedeln (bakterielle Endokarditis), können der Auslöser für die Veränderung der Herzklappe sein.

Alterungsprozess (Degeneration). Mit dem natürlichen Alterungsprozess verändern sich auch das Herz und das Herzklappengewebe. Das Klappengewebe wird steif und unbeweglich – es kommt zu Kalkeinlagerungen, Schrumpfungen, Verwachsungen oder Zerstörung der Klappenanteile.

Relative Klappenfehler. Bei einer ausgeprägten Herzschwäche sind der Herzmuskel und der Klappenapparat erweitert, die Herzklappe kann sich nicht mehr vollständig schließen. Ebenso kann ein Herzinfarkt Teile des Herzmuskels zerstören, wodurch die Klappenfunktion beeinträchtigt wird. Betroffen sind meist die Klappen des linken Herzens: die Mitralklappe und die Aortenklappe. Behindert die Verengung einer Klappe den Vorwärtsfluss des Blutes, so spricht man von einer Stenose. Wird der Rückfluss des Blutes aus der linken Herzkammer in den linken Vorhof gestört, da die Klappe nicht mehr vollständig schließen kann, bezeichnet man dies als Insuffizienz des Herzens.

Symptome

Ist die Funktion einer Herzklappe über einen längeren Zeitraum eingeschränkt, kann das Herz den Körper nicht ausreichend mit Blut versorgen. Bei einer Herzklappeninsuffizienz führt das zurückströmende Blut zu einer Stauung vor der Klappe – die Herzkammer wird überlastet. Bei einer Stenose erhöht sich der Druck im Herzen, da der Vorwärtsfluss des Blutes gestört wird. Ist das Herz überfordert, wirkt sich dies auf den gesamten Körper aus. Typische Symptome sind rasche Ermüdbarkeit, Atemnot bei Belastung, Beinschwellungen, Herzrasen, Brustkorbschmerzen oder kurzzeitige Bewusstseinseintrübungen.

Diagnostik

Liegt eine Herzklappenerkrankung vor, kann bereits durch das Abhören der Herztöne eine erste Diagnose gestellt werden, da bei veränderten Herzklappen neben den „normalen“ Herztönen Strömungsgeräusche bei Öffnen und Schließen der Klappen wahrnehmbar sind. Mit einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) kann die Diagnose bestätigen. Zur genauen Verortung des Klappenfehlers im Herzen wird ergänzend eine Herzkatheteruntersuchung mit Druckmessungen im Herzen durchgeführt.

Behandlung

Bei schweren Herzklappenfehlern ist eine Operation unumgänglich. In den meisten Fällen wird dabei die defekte Herzklappe entfernt und eine mechanische oder biologische Klappenprothese implantiert. Um unsere Patienten so wenig wie möglich zu belasten, setzen wir vor allem minimal-invasive OP-Techniken ein.

Mechanische Herzklappen

Mechanische Herzklappen

Mechanische Herzklappen sind nahezu unbegrenzt haltbar, werden gut vom Körper vertragen und eignen sich durch ihre Langlebigkeit besonders für jüngere Patienten. Um die Bildung von Blutgerinnseln an der Klappe zu verhindern (entstehen beispielsweise, wenn Blut mit körperfremdem Material in Berührung kommt) müssen die Patienten lebenslang ein gerinnungshemmendes Medikament (Antikoagulantien) einnehmen. Dadurch entsteht eine erhöhte Blutungsneigung. Die Blutgerinnung muss durch regelmäßige Blutkontrollen (Quick- oder INR- Wert) eingestellt werden.

Biologische Herzklappen

Biologische Herzklappen

Biologische Herzklappen bestehen vorwiegend aus Herzklappen- oder Herzbeutelmaterial von Schweinen oder Rindern. Dieses Gewebe wird auf ein Gerüst (Stent) aufgebaut – in Einzelfällen werden auch gerüstfreie biologische Klappen (stentless) eingesetzt, die aus kompletten Aortenklappen von Schweinen hergestellt werden. Neben tierischen Herzklappen- oder Herzbeutelmaterial kommen auch menschliche Pulmonal- oder Aortenklappen, sogenannten Homografts, zum Einsatz. Bei biologischen Klappen kann auf den dauerhaften Einsatz von Blutgerinnungshemmung verzichtet werden, weshalb sie besonders für ältere Menschen geeignet sind. Die Haltbarkeit der Herzklappen wird jedoch durch die Verkalkungen und einer damit einhergehenden Verengung eingeschränkt, was eine erneute Operation erforderlich machen kann.

Mit mehr als 600 minimal-invasiven Mitralklappenoperationen hat das Universitäts-Herzzentrum ,eine große Erfahrung auf diesem Gebiet. Minimal-invasive Mitralklappenchirurgie wird über kleine Schnitte ausgeübt bei denen man Spezialinstrumente benötigt. Die Inzisionen sind ca. 5 - 10 cm lang anstelle von 15 - 20 cm langen Schnitten bei der traditionellen Eröffnung des Brustbeins.

Die Vorteile der minima- invasiven Mitralklappenchirurgie:

  • Verringerter Blutverlust
  • Geringeres Risiko von Infektionen
  • Kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • Schnellere Erholung
  • Schneller wieder arbeitsfähig
  • Schönes kosmetisches Ergebnis

Die rechts anterolaterale Thorakotomie wird über einen kleinen Schnitt von ca. 5 – 8cm an der rechten Thoraxwand und bei Frauen unter der Brustfalte durchgeführt, so dass sich kosmetisch postoperativ ein schönes Ergebnis zeigt.

Nun kann der Zugang zur Mitralklappe über den linken Vorhof erfolgen. Zur besseren Übersicht wird ein Kameraport eingebracht und die Operation wird mit speziellen langen Instrumenten durchgeführt. Nun kann die Klappe sowohl repariert oder auch ersetzt werden. Jedoch ist die Rekonstruktionsrate über 95% erfreulich hoch.

Zum Ende der Operation wird ein Schmerzkatheter eingebracht um eine Reduktion der postoperativen Schmerzen zu erreichen. Bereits nach ein paar Tagen sind die Patienten meist schon mobil.

Die minimal-invasive Mitralklappenchirurgie wird an beiden Standorten durchgeführt.

Ihre Ansprechpartner (Freiburg)

Dr. Johannes Kroll
Oberarzt
Telefon: 0761 270-90450
E-Mail: johannes.kroll@
universitaets-herzzentrum.de

Sekretariat
Claudia Lackermaier
Telefon: 0761 270-28810
Telefax: 0761 270-93320
E-Mail: claudia.lackermaier@
universitaets-herzzentrum.de

Ihre Ansprechpartner (Bad Krozingen)

Klappenersatz und Kryoablation
Dr. Reiner Uhl

Oberarzt
Telefon: 07633 402-2601
E-Mail: reiner.uhl@
universitaets-herzzentrum.de

Sekretariat (Bad Krozingen)
Petra Tretow
Telefon: 07633 402-2601
Telefax: 07633 402-2609
E-Mail: petra.tretow@
universitaets-herzzentrum.de