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Spitzenmedizin mit Herz

Bad Krozingen, 09.02.2018

Venenschwäche – Schönheitsmakel und ernste Krankheit

Die Hälfte aller Deutschen hat Probleme mit ihren Beinvenen. An der Venenambulanz der Klinik für Kardiologie und Angiologie II des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) finden Betroffene ein Team aus Spezialisten.

Die Beinvenen sind ständig hohen Belastungen ausgesetzt. Denn sie pumpen täglich rund 7.000 Liter sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen und müssen dabei gegen die Schwerkraft arbeiten. Chronische Venenleiden sind inzwischen eine Volkskrankheit geworden. Das kann von harmlosen Besenreisern bis hin zu schmerzenden und damit behandlungsbedürftigen Krampfadern reichen. Bei jedem Vierten ist im Laufe des Lebens eine Therapie erforderlich. „Wenn erste Anzeichen einer Venenschwäche auffallen, wie schwere Beine, dicke Knöchel oder nächtliche Wadenkrämpfe, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Denn das Fortschreiten eines Venenleidens lässt sich abbremsen, wenn es früh behandelt oder der Patient selbst aktiv wird, sei es durch Sport oder Gewichtsabnahme“, weiß Dr. Matthias Knittel, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie II des Universitäts-Herzzentrums in Bad Krozingen und seit 2014 Leiter der dortigen Venenambulanz.

Venenambulanz am UHZ-Standort Bad Krozingen

Hilfe finden Patientinnen und Patienten seit  inzwischen zehn Jahren in der Venenambulanz am Standort Bad Krozingen. „Unser Ziel ist es, dass die gesamte Behandlung unserer Patienten von Diagnose über Therapie bis zur Nachkontrolle in der Hand eines betreuenden Arztes bleibt“, erklärt Dr. Knittel.

Das Spektrum an Krankheitsbildern, die in der Venenambulanz behandelt werden, umfasst unter anderem Krampfadern, venöse Rückflussstörungen, Venenentzündungen, Thrombosen sowie venös bedingte Hautveränderungen, insbesondere das Ulcus cruris venosum. Bei letzterem handelt es sich um eine sehr langsam heilende Wunde am Bein.

Viele der am UHZ angebotenen Behandlungsmethoden –  wie die endovenöse Lasertherapie – sind sehr schonend und können ambulant durchgeführt werden. Sind beispielsweise die Beschwerden bei Krampfadern noch leicht,  ist oft eine konservative Therapie ausreichend, wie ein Bewegungstraining oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei langem Sitzen. Erst im fortgeschrittenen Stadium müssen die Krampfadern behandelt werden, sei es durch eine Operation, Schaum- oder Laserbehandlung.

Besteht hingegen der Verdacht auf eine Thrombose, wird zunächst ein Ultraschall durchgeführt. Bei akuten Thrombosen werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt. „Diese Medikamente wirken sehr schnell und verhindern einerseits, dass das Blutgerinnsel weiter wächst, andererseits fördern diese Medikamente die Auflösung des Gerinnsels. Das Risiko einer möglichen  Lungenembolie soll dadurch gesenkt werden “, sagt der Experte.

Zur Prophylaxe genügen auch hier konservative Maßnahmen wie Druckverbände oder Kompressionsstrümpfe, deren Druck den Blutfluss beschleunigen  und damit einen Stau des Blutes verhindern.

Das hilft den Venen

Gegen eine familiäre Vorbelastung  kann man nichts machen. Hatten schon die Eltern oder  Großeltern eine Neigung für Krampfadern, ist auch das eigene Risiko doppelt so hoch. Trotzdem kann jeder selbst etwas tun: „Die beste Medizin, um Venenerkrankungen vorzubeugen oder Beschwerden zu lindern, ist regelmäßige Bewegung. Noch besser sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder Wassergymnastik. Intensives Joggen oder Ballsportarten wie Fußball, Tennis oder Handball gelten als ungünstig bei  vorhandenen Krampfadern“, rät der Leiter der Venenambulanz.

„Langes Sitzen oder das Tragen von hohen Schuhen sind unproblematisch, solange noch keine Venenschwäche vorhanden ist“, weiß Dr. Knittel, „Studien haben gezeigt, dass beides keine Krampfadern auslösen kann. Jedoch sollten Patienten mit Krampfadern übereinandergeschlagene Beine vermeiden, da der dadurch gestörte Ruckfluss des Blutes  einen ungünstigen Einfluss auf die Krampfadern haben kann.“ Nicht zuletzt gilt Übergewicht als Risikofaktor. Die zusätzlichen Kilos belasten auch die Beine und ihre Blutgefäße und sollten daher reduziert werden.

Weitere Informationen:

Sprechstunden der Venenambulanz des UHZ am Standort Bad Krozingen 

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