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Spitzenmedizin mit Herz

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Joachim Czichon

5. Mai bis 22. August 2014: Joachim Czichon, Malerei

Wenn man Czichons großformatiges Gemälde mit dem Titel „Herzorientiert“ von 1998 (140x200 cm) mit einem Detail aus „Weiße Torsi“ von 2013 (130x90 cm) vergleicht, dann wird rasch deutlich, wie meisterhaft er seinem Stil immer wieder neue zeichnerische Varianten abzugewinnen vermag. Oberflächlich gesehen geht es doch nur um Schraffuren, Lineaturen oder Kreis- und Bogenformen. Diese werden farblich abgesetzt und markiert, so dass die Augen der Betrachter Anker finden, um sich im Bild zu orientieren.

Doch da passiert noch mehr. Viel mehr! Die Strukturen der Lineaturen verdichten sich und gewinnen im Kontrast zu den farblichen Elementen an Plastizität. Es scheint, dass sich zwei Bilder treffen und Arm in Arm die artistische Bühne betreten. Das Nebeneinander wandelt sich zu einem Ineinander.

Das wird augenfällig, wenn man die Bilder im hinteren Flur abschreitet – auf das Paar von 2002 (220x100 cm) zu. Die Triplette von 2013 (links angeschnitten) wirkt verführerisch und möchte einen in den figuralen Strudel hineinreißen. Ähnliches könnte man von dem anschließenden Gemälde Kontakte von 1994 behaupten. Voller Farben- und Bewegungslust drängen sie zum Paar und finden sich dort zusammen – allerdings wohl geordnet und gesittet.

Warum soll man sich nicht zu solchen oder ähnlichen Geschichten anregen lassen? Vielleicht gibt es hin und wieder konkrete Figuren oder Ereignisse, die dem Künstler durch den Kopf gegangen sind. Dieses Bild jedenfalls trägt den Titel Mann mit erhobenen Armen und datiert von 2002 (10x160 cm). Aber das ist nur der Titel ... die Geschichte selbst wartet noch darauf, erzählt zu werden.

Schließlich sollte man es nicht versäumen, in der Eingangshalle einen Blick auf die Keramik von Czichon zu werfen. Die Arbeiten stammen aus dem Jahr 2013.

Joachim Czichon

Vita

  • 1952 in Carlsruhe (Kreis Oppeln/Polen) geboren.
  • 1973-1978 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Herbert Kitzel.
  • seit 1976 Ausstellungen im In- und Ausland.
  • 1981 Stipendium an der Kunststiftung Baden-Württemberg.
  • 10 Jahre später Auszeichnung mit dem Franz-Joseph-Spiegler-Preis der Galerie Schrade Schloss Mochental.
  • seit 1996 Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und im Deutschen Künstlerbund.
  • lebt und arbeitet in Bruchsal.