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Virginia Glasmacher

2014: Virginia Glasmacher, >Abstrakte Farblandschaften<, Malerei

Bei einer ersten Begegnung mit den Gemälden von Virginia Glasmacher glaubt man, dass sich die Künstlerin faszinierenden Farbräuschen hingibt. Dieser Eindruck ist fast nichtssagend. Ihre Bilder sind damit keinesfalls charakterisiert. Und doch: Vorstellbar ist, dass sich Betrachter beim ersten Hinschauen verzückt in die Farbmalerei vertiefen, ohne an Komposition oder Themen- und Motivwahl zu denken. Auf jeden Fall ist das der richtige Weg, um sich ins Bild zu begeben und von dort aus die Farbfelder zu erkunden.

Ausblick, Magenta-Coelin, Acryl auf Leinwand, 190x240 cm, 2010

Farbschichtung, Kadmiumrot-Kadmiumgelb, Acryl auf Leinwand, 115x100 cm, 2010  

Dem einen oder anderen Bild-Wanderer könnte sich durchaus eine Landschaft erschließen, die nicht unbedingt mit vertrauten Landschafts-Accessoires kompatibel ist. Doch drängen sich ihm Assoziationen mit der Wirklichkeit geradezu auf: Grüne Wiesen, durch gelbe Wege geteilt, halten auf einen roten Wald zu, dem zur Seite blaues Gewässer einer felsigen Grotte entspringt. Ein roter Wald? Warum nicht?

Verhaltenes Rot, Acryl auf Leinwand, 120x135 cm, 2008

Von Nebel verhangenes Gewässer, in dem sich ferne graue Pappeln spiegeln – ein unverschämt romantischer Sonnenuntergang über azurblauem südländischen Meer von einer felsigen Küste aus gesehen ... Der Assoziationen sind keine Grenzen gesetzt, und plötzlich fühlt man sicher versetzt in eine fremdartige aber ach so verheißungsvollen Welt.

Virginia Glasmacher verfügt Dank ihrer stupenden artistischen Fähigkeiten und ihres sicheren Farbempfindens über die Gabe, die Kompositionen mit Emotionen zu füllen. Sie lockt die Besucher in ihr Zauberschloss, öffnet die hohen Fenster und lässt sie hinaus in ihre Landschaften schauen.

Die Kunsthistorikerin Antje Lechleiter versucht, dem Publikum die Arbeiten der Künstlerin nahezubringen. Ihre Ausführungen kreisen unter anderem um die ausgefeilte Technik der Farbschichtungen, die über großzügige Kompositionen verteilt sind.

Die Kuratorin Beate Hill-Kalusche (rechts) und die Künstlerin Virginia Glasmacher (links neben ihr) lauschen den Ausführungen der Kunsthistorikerin.

Das Attikageschoss hat sich verwandelt. Die Besucher tauchen in Farbwelten ein, die sich als Fantasielandschaften präsentieren. Jeder lässt sich gerne auffordern, im Gemälde seine eigene Wunschlandschaft zu finden.

Die Farbschichtungen suggerieren Tiefe, so als ob die Künstlerin ein gemaltes Relief, mehr noch, ein Skulptur-Gemälde schaffen wollte.

Glasmachers Gemälde müssen nicht immer Fröhlichkeit vermitteln – sie neigen zuweilen auch, eine melancholische Stimmung hervorzurufen. Vielleicht verweist darauf der Bildtitel „Verhaltenes Rot“.

Vita

  • 1969 in Richmond, Virginia/USA geboren.
  • 1989-1993 Studium der Malerei und Semiotik an der Brown University in Providence, Rhode Island/USA und Kunstgeschichte an der New York University.
  • 2001 Besuch der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg.
  • studierte in der Malereiklasse bei Zhou Brothers.
  • lebt und arbeitet in Freiburg.