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Spitzenmedizin mit Herz

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Bad Krozingen, 09.01.2020

Herzinfarkt bei Frauen: Schmerzen im Brustkorb bleiben manchmal aus

Von wegen typisch männlich: An einem Herzinfarkt sterben mehr Frauen als Männer. Auch, weil bei Frauen Beschwerden oft nicht so eindeutig sind. Dabei gibt es auch hier wichtige Anzeichen.

Es ist eine traurige Tatsache: Frauen sterben am ersten Herzinfarkt fast doppelt so häufig wie Männer. Starke Schmerzen, die in Arme, Rücken oder Hals ausstrahlen, ein massives Engegefühl in Brust, heftiges Brennen im Herzbereich sowie Angstschweiß mit kalter, fahler Haus sind typische Anzeichen für einen Herzinfarkt – bei Männern und bei Frauen.

„Bei Frauen macht sich der Infarkt aber häufiger auch unspezifisch bemerkbar durch Übelkeit und Erbrechen, Erschöpfung, Schmerzen im Oberbauch und Atemnot. Häufiger als bei männlichen Patienten können Schmerzen im Brustkorb bei Patientinnen mit Herzinfarkt gänzlich fehlen“, sagt Professor Dr. Franz-Josef Neumann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie II am Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen. Manchmal werde deshalb der Infarkt bei Frauen nicht rechtzeitig entdeckt.

Dass der Herzinfarkt eine reine Männerkrankheit ist, wurde längst widerlegt. In den industrialisierten Ländern zählt der Infarkt auch bei Frauen zu den häufigsten Todesursachen – weit häufiger als etwa Brustkrebs. Bei jüngeren Frauen ab dem 35. Lebensjahr stieg die Rate in den letzten Jahren an. Als Ursachen kommen insbesondere Rauchen, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Bewegungsmangel und Übergewicht in Frage.

Bis zu den Wechseljahren sind Frauen im Vergleich zu Männern besser geschützt. Doch mit dem Nachlassen der Hormonproduktion nimmt der Schutz ab. Deshalb treten Herz-Gefäß-Erkrankungen bei Frauen erst ab einem Alter von etwa 60 Jahren vermehrt auf. Männer sind dagegen schon zehn Jahre früher betroffen. Patienten beider Geschlechter mit einem Typ-2-Diabetes haben ein erheblich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko.

Oft werden gerade bei Frauen die Symptome eines Infarktes nicht rasch genug diagnostiziert, wobei wertvolle Zeit verstreicht. Auch nehmen die Betroffenen selbst ihre Beschwerden weniger ernst. Sie sind ihnen häufig peinlich – und Frauen haben zudem weit mehr Angst davor an Krebs zu erkranken, als einen Herzinfarkt zu erleiden. „Sollte eine Frau ein bislang unbekanntes und sehr heftiges Druck- oder Engegefühl oder Schmerzen im Bereich der linken Schulter verspüren, muss man an einen Infarkt denken“, sagt Professor Neumann. Dann gilt es, keine Minute zu verlieren und den Notarzt zu rufen. Anwesende sollten sofort erste Hilfe leisten.  

Erste Hilfe bei Herzstillstand:

„Prüfen. Rufen. Drücken“

1. Prüfen, ob die Person noch atmet.

2. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen.

3. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.  

Ausführliche Anleitung zur Reanimation unter www.einlebenretten.de

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Pressestelle

Benjamin Waschow
Telefon: 0761 270-19090
Telefax: 0761 270-9619030
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