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Spitzenmedizin mit Herz

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Freiburg, 29.05.2020

11 Millionen Euro für starke Herzforschung

Neuer Sonderforschungsbereich untersucht Wege für eine „bessere Narbenbildung“ am Herzen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen Neuantrag für einen Sonderforschungsbereich (SFB 1425) unter Federführung des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin (IEKM) am Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen bewilligt. Der SFB „Die heterozelluläre Natur kardialer Läsionen: Identitäten, Interaktionen, Implikationen“ wird ab 1. Juli 2020 für vier Jahre mit 11 Millionen Euro von der DFG gefördert. Außerdem bewilligte die DFG die Verlängerung von zwei Forschungsbereichen am Universitätsklinikum Freiburg. Dabei handelt es sich um den SFB 992, der sich mit Grundlagen und therapeutischen Möglichkeiten epigenetischer Mechanismen befasst, sowie um den SFB TRR 179, der den Verlauf von Virusinfektionen erforscht.

„Mein Glückwunsch und Dank gilt unseren Wissenschaftler*innen, die diesen Erfolg mit ihrer Forschungsleistung und ihrem Engagement ermöglicht haben“, sagt Prof. Dr. Norbert Südkamp, Dekan der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.  

Traditionelle Herzforschung ist stark auf Muskelzellen des Herzens fokussiert. Diese Kardiomyozyten sind die eigentlichen Motoren der Herzpumpe. Ihre Aktivität bestimmt klinische Messungen wie Blutdruck und Elektrokardiogramm, kurz EKG. Etwa zwei Drittel des Herz-Volumens bestehen aus Kardiomyozyten. Zahlenmäßig bilden aber die deutlich kleineren nicht-Myozyten – zum Beispiel Bindegewebs- und Immunzellen – das Gros der Zellen im Herzen. Nach Gewebeschädigungen, wie beispielsweise beim Herzinfarkt, sind nicht-Myozyten der Schlüssel für Reparatur und Gewebeumbau. Sie unterstützen die strukturelle Integrität des Herzens – ohne allerdings selbst mit zu pumpen. Auch kann ihre Präsenz die normale elektrische Aktivität, die jedem Herzschlag vorausgeht, stören. „Das Wissen über die zellulären Eigenschaften von nicht-Myozyten, über ihre Interaktionen mit Kardiomyozyten, und die Nutzung dieses Wissens zur Steuerung von Reparaturprozessen steckt noch in den Kinderschuhen“, sagt SFB-Sprecher Prof. Dr. Peter Kohl. „Make better scars (macht bessere Narben)!“ sei daher das Motto des SFB 1425.

Natürliche Reparaturprozesse beeinflussen  

Langfristig soll das Konzept neue Möglichkeiten für die Diagnose und Therapie von Herzkrankheiten eröffnen. Dabei geht es nicht primär um Narbenvermeidung oder Rückverwandlung in funktionierendes Muskelgewebe, sondern es geht in einem neuartigen und komplementären Ansatz darum, die natürlichen Reparaturprozesse dahingehend zu beeinflussen, dass Narben ihre wichtige Reparatur-Funktion ausüben, ohne dass schädliche Nebenwirkungen entstehen.

Der SFB 1425 vereint 26 Wissenschaftler*innen aus dem Universitäts-Herzzentrum Freiburg ·ž Bad Krozingen, dem Universitätsklinikum Freiburg, den Medizinischen, Biologischen und Technischen Fakultäten der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, sowie  den Universitäten in Heidelberg, Bonn und Frankfurt.

Bildunterschrift: Eine Doktorandin sitzt an einem Patch-Clamp-System, in dem neue, durch Lichtreize gesteuerte Ionenkanäle, getestet werden, mit denen man die Aktivität von Herzmuskelzellen beeinflussen kann.

Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg / Britt Schilling

Kontakt:
Prof. Dr. Peter Kohl
Direktor
Institut für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin
Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen
Telefon: 0761 270-63950
peter.kohl@universitaets-herzzentrum.de


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