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Spitzenmedizin mit Herz

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Bad Krozingen, 16.07.2020

Niedriger Blutdruck – nicht nur harmlos

Im Vergleich zu hohem Blutdruck ist niedriger Blutdruck meist unproblematisch. In Einzelfällen kann jedoch eine Herzerkrankung hinter einer zu geringen Blutmenge im Körper stecken.

Schwindel bei schnellem Aufstehen, die Konzentration fällt schwer, das Gesicht ist blass und der Kopf dröhnt: Symptome wie diese können auf einen niedrigen Blutdruck (Hypotonie) hinweisen. Von einer Hypotonie spricht man, wenn der systolische Wert einer Person unter 100mmHG liegt und der diastolische Wert unter 60mmHg fällt. Dabei bezeichnet der erste Wert den Blutdruck im Körper, während das Blut aus dem Herzen in den Körper gepumpt wird und letzterer den Blutdruck, wenn das Blut in die Herzkammern zurückfließt.

Ist der Blutdruck zu niedrig, gelangt zu wenig sauerstoffreiches Blut in die Muskeln, Organe und anderen Bereiche des Körpers. Die Betroffenen fühlen sich oft schnell ermüdet oder klagen über Antriebslosigkeit. Auch wenn einfache Tipps (siehe unten) oft bereits ausreichend gegen einen niedrigen Blutdruck helfen, sollte man die Hypotonie nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Dass ein zu niedriger Blutdruck im Vergleich zu einem zu hohen Blutdruck (Hypertonie) harmlos ist, stimmt nicht in jedem Fall“, warnt Professor Dr. Franz-Josef Neumann, Ärztlicher Direktor an der Klinik für Kardiologie und Angiologie II am Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen.

In seltenen Fällen ist die Hypotonie ein Symptom einer Herzerkrankung. Dann ist der niedrige Blutdruck nicht anlagebedingt oder auf eine akute Schocksituation wie einen Blutverlust zurückzuführen, sondern beispielsweise auf eine Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).  „Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr stark genug, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Auslöser können ein vorheriger Herzinfarkt oder ein über lange Zeit schlecht eingestellter Bluthochdruck sein“, erklärt Neumann.

Auch eine Herzklappenverengung kann zu einer Hypotonie führen. So führt eine Verengung der Aortenklappe dazu, dass der hohe Blutdruck in der linken Herzkammer nicht im Körper ankommt. nur noch geringere Mengen Blut in den Körper gelangen können. Sind Grunderkrankungen wie diese der Auslöser für einen niedrigen Blutdruck, so werden die Patient*innen in der Regel mit Medikamenten behandelt. „Wenden Sie sich zur korrekten Einstellung Ihres Blutdrucks an eine*e niedergelassene*n Ärzt*in“, rät Professor Neumann.

Expertentipps gegen niedrigen Blutdruck:

- Ausreichende und tägliche Bewegung
- Genügend Flüssigkeitszufuhr
- Langsames Aufstehen nach dem Sitzen oder Liegen
- Wechselwarmes Duschen
- Kochsalzreiches Essen sowie viel Obst und Gemüse
- Keinen Alkohol oder Nikotin konsumieren
- Bei starkem Schwindel hinlegen und die Beine hoch lagern

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