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Aortenchirurgie

Krankheiten

Weil die Menschen heute immer älter werden, steigt auch die Rate der Krankheiten der Hauptschlagader, auch als Aorta bekannt. Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg • Bad Krozingen werden jährlich 600Patienten an der Hauptschlagader operiert. Zu den häufigsten Krankheiten gehören Aneurysmen, also Gefäßerweiterungen, die Spaltung der Gefäßwand, eine sogenannte Dissektion und Aortenverschlüsse.

Gefäßerweiterungen an der Hauptschlagader werden Aortenaneurysma genannt. Es handelt sich dabei um eine Aussackung an der Wand der Hauptschlagader, weil deren Elastizität nachlässt. Ein Aneurysma kann in jedem Abschnitt der Aorta auftreten. Am häufigsten kommt es im Bereich der Bauchaorta vor. Die deutliche Mehrheit der Aneurysmen wird zufällig diagnostiziert.  

Ein Aortenaneurysma führt selten zu Symptomen. Meist sind sie sehr unspezifisch und äußern sich in diffusen Bauch- oder Rückenschmerzen. Ein Aortenaneurysma sollte behandelt werden, wenn der Durchmesser größer als fünf Zentimeter ist und wenn es mit mehr als einem halben Zentimeter in sechs Monaten rasch wächst. Operiert werden sollte auch dann, wenn Schmerzen auftreten, die wahrscheinlich durch das Aneurysma bedingt sind.  

Abb. 3-D-Druck eines Gefäßbaumes mit Bauchaortenaneurysma

Eine Aortendissektion ist eine Spaltung der Gefäßwand der Hauptschlagader. Durch den Einriss der inneren Schicht der Aorta bildet das Blut einen zweiten Weg, und zwar zwischen beiden Schichten der Aortenwand hindurch. Diese Dissektion destabilisiert die Wand dann und kann zum Riss der Aorta führen. Zusätzlich kann es durch solch eine Aortendissektion zu einer lebensbedrohlichen, plötzlichen Minderdurchblutung, einer sogenannten Malperfusion, der Organe kommen.  

Die Gefäßwandspaltung tritt häufiger bei Patienten mit Bluthochdruck, mit Bindegewebsstörung (Marfan Syndrom, Loys-Dietz Syndrom) oder mit einem angeborenen Fehler an der Aortenklappe, einer sogenannten bikuspiden Aortenklappe, auf. Eine Dissektion im herznahen Abschnitt der Aorta verlangt eine sofortige Notfalloperation. Die Mehrheit der Patienten mit einer Dissektion in weiteren Segmenten der Aorta werden minimal-invasiv oder medikamentös behandelt.

Gefäßerweiterungen oder Gefäßwandspaltungen an der Hauptschlagader können zum Riss der Aorta führen. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Ruptur. Auch im Rahmen eines schweren Autounfalls kann solch eine Aortenruptur erfolgen. Durch Einriss aller Schichten der Gefäßwand kommt es zu einer Blutung, die nicht selten mit plötzlichem Tod endet.

Eine Ruptur führt meistens zu starken Schmerzen, die von den Betroffenen als ein akuter Vernichtungsschmerz beschrieben wird. Typisch bei einer Ruptur ist eine Schock-Symptomatik mit Blutdruckabfall, Atemnot und Todesangst. Die Patienten, die den Weg ins Krankenhaus überleben, müssen umgehend operiert werden. Die Operation einer schon geplatzten Aorta trägt ein deutlich erhöhtes Risiko.

Ein Aortenverschluss, auch Leriche-Syndrom genannt, ist ein kompletter Verschluss der Hauptschlagader im Bauch. Die Ursache dafür ist häufig Arteriosklerose, bei der Ablagerungen an der Gefäßwand zu einer Verengung führen. Auch Entzündungen der Gefäßwand sowie Gefäßerweiterungen spielen bei der Entstehung eine wichtige Rolle. Zu den typischen Beschwerden beim Aortenverschluss gehören Schmerzen, Blässe und Empfindungsstörungen der unteren Extremitäten.  

Abhängig von der Symptomatik wird ein Aortenverschluss notfallmäßig oder dringlich operiert. Mit Hilfe einer Prothese wird dabei sehr oft eine Umleitung gelegt. Jedes fremde Material, das im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs in den menschlichen Körper eingebaut wird, kann sich jedoch später infizieren. Bei einer Protheseninfektion handelt es sich um eine zwar sehr seltene aber eine der schwersten Komplikationen. Es kann zur Infektion kommen.  

Ein neues Behandlungskonzept dieser Krankheit beruht auf einer Operation, bei der die infizierte Prothese entfernt wird und mittels einer neuen aus dem Rinder-Herzbeutel ersetzt wird. Die ersten Ergebnisse dieser Methode sind vielversprechend und zeigen eine sehr niedrige Reinfektionsrate.

Jedes fremdes Material, das im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs in den menschlichen Körper eingebaut wird, kann sich später infizieren. Bei einer Protheseninfektion handelt es sich um eine zwar sehr seltene aber eine der schwersten Komplikationen. Es kann sowohl zur Infektion der endovaskulären als auch der konventionellen Prothesen kommen. Ein neues Behandlungskonzept dieser Krankheit beruht auf der offener Operation mit radikaler Entfernung der infizierten Prothese und Ersatz mittels einer neuer Prothese aus dem Rinderperikard. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen eine sehr niedrige Reinfektionsrate.

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Telefon: 07633 402-6216
Telefax: 07633 402-2619
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