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Spitzenmedizin mit Herz

Bad Krozingen, 22.02.2018

Wie Kalium auf das Herz wirkt

Für eine gesunde Herzfunktion ist der Mineralstoff Kalium sehr wichtig. Ein Mangel kann zu Herzrhythmusstörungen und Arterienverkalkung führen. Aber auch eine Überversorgung kann gefährlich sein.

Die Bedeutung des Mineralstoffs Kalium für die menschliche Gesundheit wurde lange Zeit nicht ausreichend erkannt. Heute wissen Ärztinnen und Ärzte: Kalium ist für eine gesunde Herztätigkeit von hoher Bedeutung. „Bei Kaliummangel steigt die Wahrscheinlichkeit, an Herzrhythmusstörungen oder Arterienverkalkung zu erkranken“, sagt Professor Dr. Thomas Arentz, Chefarzt der Abteilung Rhythmologie an der Klinik für Kardiologie und Angiologie II des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen. Deshalb sollten vor allem Patientinnen und Patienten mit Herz- und Gefäßkrankheiten sowie Nierenpatienten auf eine ausgewogene Kaliumversorgung achten.   

Was passiert bei Kaliummangel im Körper?
Kalium ist an der Aufrechterhaltung eines gesunden Herzrhythmus beteiligt. Ein Mangel des Mineralstoffs verändert die Funktion der Herzzellmembran so, dass die elektrische Stabilität der Zellen im Herzen verringert wird. Dadurch kann der Herzrhythmus aus dem Gleichgewicht geraten. „In harmlosen Fällen kommt es zu ungefährlichen Extraschlägen und Herzstolpern, in schweren Fällen können sogar lebensgefährliches Kammerflimmern und der plötzliche Herztod eintreten“, erklärt Professor Arentz.  

Darüber hinaus legen Laborstudien nahe, dass Kaliummangel den Elekrolythaushalt in den Körperzellen stört und somit Verkalkungen in den Arterien sowie Durchblutungsstörungen begünstigt. Einige Forscher vermuten die Ursache darin, dass bei Kaliummangel vermehrt Calciumionen in die Muskelzellen der Arterien einströmen. Das kann zu Ablagerungen und einer geringeren Elastizität der Blutgefäße führen. „Inwiefern die Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind, konnte allerdings noch nicht abschließend geklärt werden“, sagt Professor Arentz.  

Den täglichen Kaliumbedarf richtig decken
Gesunde Menschen können mit einer ausgewogenen Ernährung viel für eine ausreichende Kaliumversorgung tun. Kaliumreiche Obst- und Gemüsesorten sind beispielsweise Bananen, Kartoffeln und Trockenobst. „Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Kaliumwerte von Zeit zu Zeit beim Hausarzt kontrollieren zu lassen. Vor allem bei Patienten mit einer Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen ist das eine Notwendigkeit“, betont Professor Arentz.  

Auch eine Überversorgung birgt gesundheitliche Risiken
Trotz der Gefahren, die Kaliummangel mit sich bringt, empfiehlt sich die eigenständige, präventive Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht. Denn auch eine Kaliumüberversorgung führt zu erheblichen gesundheitlichen Problemen. Nach der Einnahme von Kaliumpräparaten können die Werte innerhalb sehr kurzer Zeit rasant ansteigen. Mögliche Folgen können paradoxerweise ebenfalls Herzrhythmusstörungen, ein Darmverschluss und weitere gesundheitliche Beschwerden sein. Aus diesem Grund sollten Kaliumpräparate in der Regel nur bei Bedarf und in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

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